Ehemalige Synagoge in Birkenau

Am Gedenkstein stand die 1859 erbaute Synagoge bis zu ihrem Abbrennen in der Reichsprogramnacht 1938. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe zur ‚Judengasse‘ (heutige Untergasse) und dem alten Rathaus – nur getrennt durch die später 1890 erbaute Reichsbahn.

Aus diesem Grund hier einige Informationen zum geschichtlichen Hintergrund der Jüdischen Gemeinde in Birkenau.

 

Nach dem 30-jährigen Krieg siedelte 1653 die erste jüdische Familie in Birkenau an. Seit der Zeit spielten die Juden in Birkenau eine gewichtige Rolle als Vieh- und Pferdehändler, Schlachter und Krämer und stellten Mitte des 18. Jahrhunderts mit 28 Familien ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

 

Sobald an einem Ort mehr als 10 männliche Personen über 13 Jahre lebten, dem sogenannten ‚Minjam‘ errichtet sie eine ‚Schul‘ bzw. ihre Synagoge. Urkundlich nachgeweisen ist, dass es zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereits eine kleine Synagoge in Birkenau gab, die jedoch einem Brand zum Opfer fiel. Es musste eine neue gebaut werden. Dies geschah dann im Jahr 1859 als bescheidener rechteckiger Steinbau mit 7x11 m Größe, in dem 40 Personen Platz fanden. In der Frauengalerie, die über eine Außentreppe erreichbar war, fanden bis zu 30 Frauen Platz .

Die neue Synagoge

Der Thoraschrein (die Bundeslade) stand an der Ostseite der Synagoge nach Jerusalem ausgerichtet.

Die Jüdische Gemeinde hatte bis zur Jahrhundertwende immer knapp unter hundert Mitglieder bis zum Beginn der Nazi-Zeit. Nach der Reichsprogromnacht 1938 wurden die Gemeinschaft der verbliebenen Mitglieder durch Deportation  ausgelöscht. Nur Wenige konnten noch auswandern.

Quellennachweis:

 

Wolfgang Gebhard – Geschichte der Birkenauer Juden

Gelbes Heft – Birkenauer Schriften 1993

(zusammengefasst von Hans-Dieter Scheuermann)

 

1200 Jahre Birkenau – Ein Dorf und seine Zeit 1994, Gemeinde Birkenau

(ISBN 3-925014-13-6)

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