Die Gartenanlage „Oase der Stille“

Zum 50-jährigen Errichtungsjubiläum der ev. Kirchengemeinde Reisen 2011 wurde nach Beschluss des Kirchenvorstandes und auf Initiative des damaligen Pfarrers Helmut Spindler und seines Amtskollegen, Pfarrer i. R. Gerhard Däublin aus Weinheim auf dem unteren Kirchengrundstück ein besonderer Garten angelegt: „ Die Oase der Stille“.

Ein runder, befestigter Platz bietet die Gelegenheit, Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen im Freien abzuhalten. Daneben entstand ein verschlungener Rundweg, das Labyrinth. Auf einem Faltblatt zur Eröffnung der Anlage am 12. Oktober 2012 liest man darüber folgende Informationen:

„Das Labyrinth gehört zu den ältesten symbolischen Zeichen der Menschheit. Die Ursprünge werden im Mittelmeerraum vermutet. Schon früh wurde das Labyrinth in den Symbolschatz der Kirche aufgenommen. In einer Kirche in El Asnam (Algerien) wird es für die Zeit 324 n. Chr. nachgewiesen. Am bekanntesten ist wohl das Labyrinth in der gotischen Kathedrale von Chartres, Frankreich, (um 1200).

Das Labyrinth ist ein Spiegel, ein Bild, ein Symbol für den schwierigen und verschlungenen Lebensweg des Menschen.“ 

Die Anlage hat mit 7 Umläufen einen Durchmesser von 18 Metern und eine Wegstrecke von 278 Metern. Der Rundweg ist eingesäumt von Rabatten, die mit Rosen und Lavendel bepflanzt sind. 

Zu der Einweihungsfeierstunde konnte Pfarrer Spindler neben vielen Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Gäste begrüßen, darunter die Dekanin Ulrike Scherf. Er dankte allen freiwilligen Helfern und Helferinnen, die mitgeholfen haben, den Garten anzulegen.  Für ihre finanziellen Zuwendungen, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre, dankte der Pfarrer im Namen der Kirchengemeinde dem ev. Dekanat Bergstraße, der HEAG Südhessische Energie AG (HSE), dem Lions Club Überwald-Weschnitztal, der Sparkassenstiftung Starkenburg und zahlreichen privaten Spendern. Das Ehepaar Jakob und Else Iwanowitsch stiftete dafür eine Sonnenuhr, ein Werk von Helmut Rück aus Birkenau. Der Kirchenchor überreichte den Ertrag seines Erntedankessens, und der Frauenkreis finanzierte eine kunstvolle Sitzbank. Ihre Rücklehne bildet eine Figur, an deren verlängerten Arm man sich anlehnen kann. Sie wird „Stiller Zuhörer“ genannt. Entworfen und ausgeführt wurde sie von Anja Löbsack und Valentin Waldner. Inzwischen ließ die Kirchengemeinde noch eine zweite Bank in Form eines Schiffes aufstellen, deren Kosten ihr zur Hälfte von dem Möbelhaus Jäger geschenkt worden sind.

Die Oase der Stille steht zu jeder Zeit allen Besuchern offen.

 

Helga Müller

 

Quellennachweis: Faltblatt zur Einweihungsfeier der Oase der Stille am 12. Oktober 2012 und eigene Erinnerungen